News – Winterexpeditionen: Tamara Lunger, Alex Txikon und Simone Moro versuchen sich bei Winterbesteigungen am Manaslu und K2

von | 30. Dezember 2020 | Allgemein, News (Winter), Outdoornews

In diesem Winter wollen sich zahlreiche Extrembergsteiger in die alpinen Geschichtsbücher einschreiben, damit ihre Namen für immer mit den höchsten Bergen der Welt in Verbindung stehen. Zum wohl letzten großen Abenteuer zählt dabei der technisch schwierigste und zweithöchste Gipfel der Welt – der K2. Denn die 8.162m bis zum höchsten Punkt wurden bisher noch nie in den Wintermonaten bestiegen. Eine offene Rechnung ganz anderer Art soll am Manaslu in Nepal beglichen werden, wo sich neben dem K2 im Karakorum eine weitere Winterexpedition angekündigt hat. Wir geben euch einen kurzen Überblick, wer sich an welchem Berg versucht.

Winterbesteigung am K2 – Nims Purja und Tamara Lunger

Das wohl größte Medienecho dürfte das ambitionierte Vorhaben von Nirmal (Nims) Purja ausgelöst haben. Denn nach seinem jüngsten “Rekord-Sprint” auf alle 14 Achttausender sorgt die Ankündigung, es nun auch am noch letzten, im Winter bisher noch unbestiegenen Gipfel zu versuchen, für jede Menge Zuversicht. Der Extrembergsteiger mit nepalesischen Wurzeln gilt denn auch als einer jener Kandidaten, denen man im Wettlauf um den K2 am ehesten einen Erfolg zutrauen dürfte.

© Osprey

Mit ihm befinden sich aber auch noch weitere Teams im Basecamp des K2. Mehr als 60 Alpinisten sollen sich derzeit im pakistanischen Basislager aufhalten, um als Erste das letzte große Kapitel im Alpinismus aufzuschlagen. Darunter auch Tamara Lunger. Neben Sergi Mingote und Muhammad Ali Sadpara (Winterbesteigung des Nanga Parbat) zählt die Sütirolerin zu den bekanntesten Gesichtern vor Ort. Für die 34-jährige Extrembergsteigerin ist der zweithöchste Berg keine Unbekannte mehr, stand sie doch selbst im Jahr 2014 auf dem 8.611 Meter hohen Karakorum-Riesen – und dass ohne Zuhilfenahme von künstlichem Flaschensauerstoff. Damals war die Alpinistin mit Klaus Gruber in Pakistan unterwegs.

Winterexepedition am Manaslu – Simone Moro und Alex Txikon

Auch am Manaslu kommt in den Wintermonaten Bewegung ins Basecamp. Denn dort hat der Italiener Simone Moro seit seinem letzten Besteigungsversuch im Winter 2015 noch eine Rechnung offen. Damals scheiterte der Extrembergsteiger gemeinsam mit Tamara Lunger aufgrund riesiger Schneemassen. In diesem Jahr wechselt er in die Seilschaft mit dem spanischen Alpinisten Alex Txikon sowie dem baskischen Bergsteiger Iñaki Álvarez, die am 31. Dezember in Richtung Kathmandu starten will. Der  Ferrino-Athlet Txikon und der The North Face Profi Moro sind ein eingespieltes Team, gelang den beiden Alpinisten doch bereits im Jahr 2016 die Winterbesteigung des Nanga Parbat.

© The North Face

Ziel der Bergsteiger ist es, entlang der normalen Bergroute über die Nordostwand aufzusteigen. Neben der Besteigung des Hauptgipfels soll dabei auch eine Verbindung zum East Pinnacle (7.992 m), dem höchsten Siebentausender der Welt, hergestellt werden. Auch die Expedition am Manaslu unterliegt den Regeln für Winterbesteigungen, wonach das Team erst nach dem 21. Dezember im Basislager “einchecken” darf und die Besteigung noch vor dem 21. März beendet sein muss. Darüber hinaus wird auch ein humanistisches Ziel verfolgt, indem Hunderte von solarbetriebenen Glühbirnen an die Familien in der Makalu-Region verteilt werden sollen. Teil der nachhaltigen Aktion ist auch die Installation von zwei Solarpanels im Basislager, von dem nach dem Ende der Expedition eines für die Stromversorgung einer Schule gespendet wird.

Quelle: Ferrino, Alpin.de, Osprey