Ratgeber – Montane Yukon Artic Ultra: 11 Tipps für Sport bei winterlichen Verhältnissen und großer Kälte

von | 30. Oktober 2020 | Allgemein, Expedition, News (Winter), Outdoornews, Ratgeber

Robert Pollhammer kennt sich aus mit Minustemperaturen: Denn er ist nicht nur der Veranstalter des Yukon Artic Ultra, sondern hat auch selbst schon das ein oder andere Abenteuer bei Schnee und Eis erlebt. Wer, wenn nicht er, kann also wertvolle Tipps geben fürs “Überleben” bei klirrender Kälte und weiß genau worauf es bei Aktivitäten im Freien bei winterlichen Verhältnissen wirklich ankommt.

11 wertvolle Tipps und Tricks für winterliche Abenteuer

1. Regelmäßiges Trinken und Nahrung: Die regelmäßige Aufnahme von Getränken und Nahungsmitteln in ausreichender Menge ist enorm wichtig. Wird dieser Aspekt vernachlässigt, steigt die Gefahr von Erfrierungen und Unterkühlung rapide an.

2. Süß und salzig ernähren: Als Ausdauersportler neigt man gerne dazu, sich mit energiebringenden Gels und Riegeln auszustatten. Eine gewisse Menge davon ist sicher sinnvoll. Allerdings sollten diese in jedem Fall mit salzigen Lebensmitteln ergänzt werden – zum Beispiel Trockenfleisch, Nüssen oder getrocknete Früchte.

3. Mundfertige Häppchen: Bei Abenteuern in extremer Kälte empfiehlt es sich, die mitgeführten Nahrungsmittel immer in mundgerechten Portionen anzurichten und aufzubewahren. Sonst beißt man sich bei einer eisigen Zwischenmahlzeit an den durchgefrorenen Snacks die Zähne aus. Abhilfe kann man schaffen, indem man die Nahrungsmittel wie Riegel oder getrockneten Früchte am Körper trägt oder mit der eigenen Körperwärme kurz etwas antaut.

4. Schnee ist keine adäquate Trinkwasserquelle: Natürlich kann man Schnee notfalls “essen”. Wirklich empfehlenswert ist es allerdings nicht. Denn erstens fördert man dadurch die Auskühlung des Körpers und zweitens riskier man eine Magenverstimmung. Darüber hinaus sollte man wissen, dass Schnee keinerlei Mineralien oder Elektrolyte enthält. Somit ähnelt geschmolzener Schnee eher destilliertem Wasser. Und wer das trinkt bzw. Schnee in größeren Mengen isst – riskiert eine Osmose im Körper. Auf diese Weise werden wertvolle Mineralien und Elektrolyte entzogen, was zu Störungen im Stoffwechsel führen kann. Etwas, das man bei langen Unternehmungen tunlichst vermeiden sollte.

© MYAU / Robert Pohlhammer

5. Ausreichend Brennstoff: Wenn man plant, Flüssigkeit in erster Linie aus geschmolzenem Schnee zu gewinnen, sollte man bedenken, dass das viel Treibstoff braucht und sehr zeitaufwendig ist. Daher: solange fließendes Wasser zur Verfügung steht, die Vorräte immer auffüllen. Im Zweifel lieber etwas mehr Volumen/Gewicht für Thermosflaschen einplanen.

6. Wasser immer gut abkochen: Auch Schnee bzw. Wasser aus überfrorenen Bächen oder Flüssen sollte man immer ausreichend lange abkochen. Nur durch das Sieden und bei entsprechenden Temperaturen lassen sich mögliche Krankheitserreger weitesgehend beseitigen.

7. Bloß nicht Schwitzen: Hinsichtlich der Outdoor-Bekleidung ist ein funktionierendes Zwiebelprinzip immer noch die beste Lösung. Denn durch dicke Schichten erzeugtes übermäßiges Schwitzen trägt dazu bei, dass sich das Material durchfeuchtet und man schneller auskühlt.

8. Wolle statt Synthetikfasern: Keine Frage, es gibt wirklich tolle synthetische Funktionsmaterialien. Bei aktiver Bewegung machen diese auch durchaus Sinn, sofern diese nach dem Durchschwitzen zügig gegen trockene Bekleidungsschicht getauscht werde. Auf keinen Fall sollte vernünftige Merino-Unterwäsche fehlen. Nicht umsonst kommen zahlreiche namhafte Hersteller von Merino-Produkten aus Skandinavien. Das natürliche Material überzeugt gleich in vielerlei Hinsicht – es sorgt nicht nur für eine optimale Regulierung des Körperklimas, es wärmt auch noch enorm gut – und dass selbst in feuchtem Zustand. Darüber hinaus reduziert es auch den Schweißgeruch und kann dadurch problemlos auch mehrere Tage getragen werden.

9. Stets bei der Ausrüstung bleiben: Vor allem Nachts sollte man sich nicht von seiner Ausrüstung trennen. Klar, ein paar Meter vom Rucksack weg für das große Geschäft sind kein Problem. Aber man darf auf keinen Fall in die Situation kommen, seine Sachen nicht wieder zu finden. Sonst drohen Erfrierungen oder Schlimmeres.

10. Immer gut für den Notfall vorbereitet sein: Je nach Tour sollte man sich mit den möglichen Gefahren vertraut machen und Szenarien entwickeln. Was mache ich, wenn … ? Denn in der Kälte können schon Sekunden über Leben und Tod entscheiden.

11. Immer raus aus dem Wind: Einer der elementarsten Verhaltensregeln besteht darin, bei pausen oder Übernachten einen windgeschützten Platz zu suchen. Dank des Phänomens des Windchill-Faktors entzieht Wind dem Körper sehr viel Wärme, so dass minus 10 grad je nach Windgeschwindigkeit schnell zu minus 30 oder 40 Grad mutieren.

Quelle: Montane