Ratgeber – Wintersport: Wertvolle Tipps für den Kauf des optimal passenden Skihelms

von | 13. Januar 2022 | Allgemein, Highlight, Outdoornews, Ratgeber, Wintersport

Pünktlich zum Start in die neue Wintersaison 2021/22 schickte Frau Holle reichlich Schnee bis in die Niederungen und sorgte dafür, dass die Skipisten hierzulande sowie in den angrenzenden Wintersport-Regionen Österreichs bestens präpariert werden konnten. Endlich wieder wedeln und mit Schuss ins Tal gleiten. Doch bei aller Freude am Fahrspaß auf einem oder zwei Brettern sollte die eigene Sicherheit und die der anderen nie zu kurz kommen. Neben der nötigen Umsicht und den allgemein zu beachtenden Regeln vor Ort sind vor allem Skihelme sind das A und O für Wintersportler. Denn sie schützen vor über 80 Prozent aller Kopfverletzungen – sei es nun beim Skifahren, Snowboarden oder Skitourengehen. Das klingt soweit erst einmal gut – aber leider sind viele Einsteiger und Hobbysportler mit der Suche nach dem passenden Skihelm hoffnungslos überfordert. Genau deshalb möchten wir euch wertvolles Hintergrundwissen weitergeben, damit ihr genau wisst, was beim Kauf eines ideal passenden Modells alles beachtet werden muss.

Kategorie A und B, eine oder zwei Schichten: Welche Arten von Skihelmen gibt es?

Skihelme bestehen aus zwei Schichten: So besitzt der Kopfschutz eine stabile Außenschale und eine stoßdämpfende Innenschale. Diese Schalen sind in der Regel durch das sogenannte Inmoulding–Verfahren fest miteinander verbunden. Solche Skihelm-Modelle sind zumeist recht günstig und fühlen sich auf dem Kopf überaus leicht an. Demgegenüber sind bei der Fertigung von Hardshell-Skihelmen die beiden Schalen nicht fix miteinander verbunden, wodurch im Zwischenraum ein effektives Belüftungssystem integriert werden kann. Gerade für längere Touren und alpine Wintersporttage macht das durchaus Sinn, um das Körper- bzw. Kopfklima jederzeit optimal zu regulieren. Allerdings sind solche Helm-Modelle deshalb auch deutlich schwerer und preislich dementsprechend teurer.

© Karsten Winegeart / Unsplash

Weiterhin werden Skihelme in die Klassen A und B eingeteilt: Helme der Klasse A werden auch als Vollschalenhelme bezeichnet, die neben dem Kopf auch die Ohren und die Schläfen abdecken. Bei Helmen der Klasse B handelt es sich um Halbschalenhelme, die lediglich die Kopfoberseite bedecken. Für die Ohren gibt es nur herausnehmbare Pads, wodurch die Wintersportler deutlich besser hören können und weniger schwitzen. Einziges Manko: Auch der Schutz durch den Skihelm fällt geringer aus.

Wann weiß ich, dass mir ein Skihelm passt?

Am wichtigsten für die optimale Passform des Skihelms ist natürlich die Größe. Diese wird über den Kopfumfang ermittelt. Hierfür einfach ca. einen Zentimeter über der Augenbraue ein Maßband anlegen und einmal komplett um den Kopf herumführen. Am besten funktioniert das mit Hilfe einer zweiten Person. Für jeden so ermittelten Kopfumfang gibt es die richtige Helmgröße. Zusätzlich gibt es auch Modelle mit variablen Größen, die sich über ein integriertes Verstellsystem anpassen lassen. Sollte die Zahl des Kopfumfangs zwischen zwei Größen liegen, empfiehlt sich immer die Wahl des größeren Skihelms.

Grundsätzlich macht es Sinn, zuerst die größeren Modelle anzuprobieren und sich dann immer weiter nach unten zu arbeiten. Bis man bei einem perfekt passenden Skihelm angekommen ist, der optimal am Kopf ansitzt und nicht einengt. Dementsprechend sollte das Modell der Wahl auch ohne Kinnriemen bereits fest auf dem Kopf sitzen und bei ausladenden Bewegungen wie zum Beispiel Nicken oder Kopfschütteln nicht herumrutschen oder wackeln. Stattdessen sollte die Kopfhaut leicht mitgezogen werden und der Kopf eine harmonische Verbindung mit dem Skihelm eingehen. Wer Druckstellen oder Schmerzen feststellt, trägt bereits einen zu kleinen Helm und sollte sich nach einer größeren Nummer umsehen.

© Woodypino / Pixabay

Wichtiger Tipp: Vor dem Kauf sollte jeder Skihelm für einige Minuten im Geschäft getragen werden, damit sich die Kopfhaut daran gewöhnen kann. So viel Zeit muss sein. Denn auch die über den Kopf abgegebene Körperwärme wirkt sich am Ende auf die Passform aus. Nur so lässt sich zuverlässig sicherstellen, ob es bei längerer Tragezeit nicht doch noch anfängt zu schmerzen oder ob zum Beispiel der Kinnriemen das Atmen oder Schlucken behindert.

Brillenträger und Skihelm: Wie passt das zusammen?

Wer eine Brille trägt, muss den Skihelm natürlich auch mit der dazugehörigen Brille anprobieren. Zwischen Helm und Skibrille sollte dabei nur ein kleiner Schlitz entstehen, damit die Stirn optimal vor Wind und Wetter geschützt ist. Zu klein sollte der Schlitz aber auch nicht sein, damit die Skibrille nicht beschlägt und über die oberen Aussparungen die Luftzirkulation gewährleistet bleibt. Brillenträger können entweder eine entsprechend große Skibrille auswählen, um ihre Sehhilfe darunter zu tragen. Alternativ gibt es mittlerweile aber auch Skibrillen mit Sehstärke.

Wem das Zusammenspiel aus Brille und Skibrille zu eng ist, dem stehen auch sogenannte Visierhelme zur Verfügung. Ähnlich Motorradhelmen beschlägt die Brille bei diesen Modellen nicht oder wird die Sicht durch Schneeflocken auf dem Visier behindert. Dabei sollte unbedingt beachtet werden, dass der Helm trotz Visierschutz nicht zu schwer auf dem Kopf sitzt, sich gut tragen lässt und ein zerkratztes Visier im Notfall auch ausgetauscht werden kann.

Fünf wichtige Kriterien für den richtigen Skihelm

Neben Größe und Passform sollte jeder Skihelm auch noch folgenden Punkte erfüllen können:

  • Er muss das CE-Prüfsiegel besitzen, das anzeigt, dass er den Sicherheitsrichtlinien der EU entspricht.
  • Er sollte so gut gepolstert sein, dass eine Mütze unter dem Helm nicht mehr zwingend notwendig ist. Wird es doch einmal zu windig, sollte eine Sturmhaube ausreichen.
  • Polster sollte es nicht nur am Kopf geben, sondern auch am Verschluss und dem Kinnriemen. Jede Polsterung sollte herausnehmbar sein, damit sie sich problemlos waschen lässt.
  • Der Skihelm muss auch mit angezogenen Handschuhen verschlossen werden können. Ist der Verschluss bereits im Geschäft zu schwierig, wird es im Gelände bei Minusgraden erst recht kompliziert.
  • Es sollte individuell verstellbare und vollständig verschließbare Belüftungsschlitze geben. So kann man die Luftzirkulation je nach Wetterlage und Aktivität an die eigenen Wünsche anpassen.