Testbericht – Helly Hansen Odin Mountain Hybrid Softshell Jacket & Pant 2019/20: Funktionale und robuste Softshell-Kombi für maximale Performance auf Skitour

von | 31. Januar 2020 | Bergsteigen, Bergsteigen_neu, Expedition, Freeride (Wintersport), Klettern, Klettern_neu, Skitouren, Skitouren_neu, Testberichte, Testberichte_neu, Training, Wandern

Bei der norwegischen Outdoormarke Helly Hansen denken die meisten Menschen an Segelsport und robuste Regenbekleidung. Doch nicht nur in diesem Bereich überzeugt der im Jahr 1877 gegründete Bekleidungsspezialist. Auch im Wintersport-Segment stehen die Norweger für beste Qualität und funktionale Materialien, die vor allem durch ihre Langlebigkeit punkten können. Eigenschaften, die weltweit insbesondere bei “Berufssportlern” wie Ski-Patrollers, Skiguides und Lawinenexperten gut ankommt. Allerdings fallen die auf das alpine Skisport-Segment ausgelegten Klamotten recht heftig ins Gewicht. So waren die sonst eher für Freerider und alpinen Skifahrer konzipierten Kollektionen für die meisten Skitouren-Fans nicht unbedingt die erste Wahl. Das soll sich mit der neuen Odin Skitouren-Serie nun ändern, die zum 10-jährigen Jubiläum der Kollektion aufgelegt wurde. Wir haben sowohl die Odin Mountain Hybrid Softshell Jacket und die dazugehörige Skitouren-Pant für euch getestet. Ob die beiden Styles aus winddichten, atmungsaktivem und bi-elastischem Softshell-Material auch im Backcountry überzeugen konnten, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Helly Hansen Odin Mountain Hybrid Softshell Jacket – funktionale und winddichte Softshell-Jacke für Tourengeher

Die Softshelljacke besteht aus 4-Wege-Stretch für erhöhten Tragekomfort und soll bei Touren abseits der Piste die nötige Wärme bieten. Dafür sorgt allein das wind- und wasserabweisende Softshell-Material. Für die optimale Regulierung des Körperklimas setzen die Entwickler auf eine funktionale Hybrid-Konstruktion mit Membranmaterial und C5 DRW Imprägnierung oben für optimalen Wetterschutz. Und Material ohne Membran am Körper für maximale Atmungsaktivität. Innen ist die Softshelljacke mit einem weichen Gitter-Fleece ausgerüstet.

Der Kragen schließt hoch auf und ist innen mit einem weichen Fleece zum Schutz der Kinnpartie ausgestattet. Sie bildet eine durchgehende Einheit mit der verstärkten Kapuze, die vertikal und horizontal verstellbar ist und über eine laminierte Krempe mit flachen Kontrastpaspeln verfügt, um jederzeit freie Sicht zu gewährleisten. Zwei im 11-Grad-Winkel aufgesetzte Brusttaschen erlauben den schnellen Zugriff auf Handy und Co., während die beiden seitlich platzierten Einschubtaschen zum wärmen der Hände und die beiden flexiblen Staufächer aus Stretch-Mesh innen ausreichend Platz bieten. Hinzu kommen vorgeformte Manschettenriemen mit Odin-Logo und ergonomisch vorgeformte Ärmel, um die Bewegungsabläufe nicht einzuschränken. Das integrierte RECCO-System bietet zusätzliche Sicherheit, um im Falle einer Lawinenverschüttung besser gefunden werden zu können.

Das aF-Testurteil von Veit: Relativ schwere Skitourenjacke mit überraschend guter Atmungsaktivität.

Die Odin Mountain Hybrid Softshell Jacket wirkt schon bei der ersten Anprobe aufgrund ihres recht bauchigen Schnitts recht voluminös und schwer, was das Material betrifft. Ein Eindruck, der sich auch auf Tour nicht ändern soll. Leider, denn das flexible Softshell-Material überzeugt durch eine überraschend gute Atmungsaktivität und optimalen Schutz bei eisig kaltem Wind. Dank der flexiblen Eigenschaften sind selbst ausladende Bewegungen kein Problem. Besonders gut gefällt mir an dieser Stelle der hochgeschlossene Kragen, der die empfindliche Halspartie zuverlässig vor der Kälte schützt.

Die Kapuze fällt allerdings riesig aus, was im Winter durchaus seinen Zweck erfüllt, um sie über den Helm ziehen zu können. Bei normalen Bergabenteuern stört die helmtaugliche Kapuze jedoch und schränkt die Sicht trotz Zweipunkt-Zugsystem etwas ein. Direkt auf der Funktionsunterwäsche getragen, hält die Jacke dank ihrer weichen Waffel-Fleece-Fütterung ausreichend warm. Idealerweise trägt man aber mindestens einen weiteren Midlayer dazwischen, um bei rasanten Abfahrten nicht zu frieren.

Größtes Manko ist und bleibt das recht überdimensionierte Packvolumen und das Gewicht der Softshelljacke. Zwar hat Helly Hansen im Gegensatz zu seinen Freeride Kollektionen deutlich abgespeckt, aber mit 722 Gramm ist die Jacke einerseits zu schwer und nimmt in den Rucksack gestopft einfach zu viel Platz in Anspruch. Denn trotz atmungsaktiver Eigenschaften ist die Jacke für den anstrengenden Aufstieg in der Regel dann doch zu warm. Abhilfe könnten notfalls RV-Belüftungen bringen, die aber vermutlich ein weiteres Plus an Gewicht bedeuten. Nichtsdestotrotz, überzeugt die Odin Mountain Hybrid Softshell Jacket vor allem durch maximale Robustheit und eine Top-Verarbeitung, die man so nur noch selten findet.

Das Fazit – die Vor und Nachteile im Überblick:

Die Odin Mountain Hybrid Softshell Jacket überzeugt durch maximale Robustheit, Langlebigkeit und überraschend funktionale Performance. Lediglich in punkto Gewicht und Packvolumen gibt es Abstriche in der B-Note.
+ sehr atmungsaktiv
+ viel Bewegungsfreiheit dank Stretch-Eigenschaften
+ wasserabweisend und winddicht
+ großzügige Kapuze mit hochgezogenem Kragen
+ gut verarbeitetes und robustes Material
– recht großes Packmaß
– verhältnismäßig schwer
– etwas bauchiger Schnitt
Die Details:
Besonderheiten:  4-Wege-Stretch-Softshell-Material, Gitter-Fleece-Rückseite, C6 DWR, Kapuze vertikal und horizontal verstellbar, Brusttaschen im 11-Grad-Winkel, integriertes RECCO-System
Material: 82% Polyamid, 18% Elasthan (Obermaterial), 100% Polyester (Rückseite)
Farben: Wood Green, Electric Blue, Quiet Shade
Größe:  S – XXL
Gewicht: 722 Gramm
Preis: 280,- Euro (UVP)

Helly Hansen Odin Mountain Hybrid Softshell Pant– funktionale und winddichte Softshell-Jacke für Tourengeher

Die robuste Softshell-Hose besteht aus funktionalem 4-Wege-Stretchmaterial, das maximalen Tragekomfort auf Skitour sorgen soll. Das winddichte und atmungsaktive Softshell-Material mit C6 DWR Imprägnierung verfügt über eine wetterfeste Membran an Gesäß und Knien, damit der Träger auch beim Klettern über steile und schneebedeckte Abhänge zuverlässig trocken bleibt. Die Skitourenhose ist dabei so konzipiert, dass sie sich selbst bei extremsten Aktivitäten den natürlichen Bewegungen anpassen und die Hybridkonstruktion auch beim Sitzen oder Knien auf kaltem, nassem Untergrund durchweg schützen soll.

Ausgestattet ist die Pant mit zwei Einschubtaschen sowie zwei aufgesetzten Cargotaschen, von der die rechte mit WR-Reißverschluss und integriertem D-Ring für das LVS-Gerät ausgestattet ist. Während die linke Pocket dank praktischem Klettverschluss den schnellen Zugriff auf darin verstaute Utensilien erlaubt. Für eine optimale Passform sorgen die elastische Klettverschlussregulierung in der Taille und großzügige Gürtelschlaufen. Seitliche Belüftungs-RV am Oberschenkel bieten zusätzliche Ventilationsmöglichkeiten, um die optimale Körperregulierung sicherzustellen. Reißverschlüsse am Beinende mit integrierter Stiefelgamasche und mehreren Regulierungen sowie ein integriertes RECCO-System runden die Ausstattung ab.

Das aF-Testurteil von Veit: Funktionale Skitourenhose mit super Tragekomfort und robusten Eigenschaften für den harten Einsatz

Die Skitourenhose ist deutlich schlanker geschnitten als die dazugehörige Jacke. Vom Material her sind die beiden Teile weitesgehend identisch, wodurch die oben geschilderten funktionalen Eigenschaften auch für die Pant gelten. Nur hinsichtlich der zusätzlichen Belüftungsmöglichkeiten verfügt die Hose über seitlich platzierte Ventilations-RV, die bei schweißtreibenden Aufstiegen für die nötige Erfrischung sorgen. Das flexible Softshell-Material macht jede Bewegung mit und liegt überraschend angenehm auf der Haut auf, wenn man die Hose denn ohne Funktionsunterwäsche tragen will. Für nicht allzu kalte Tage und frühjahrshafte Temperaturen ausreichend warm.

Der gute Tragekomfort wird durch den verstellbaren und etwas höher gezogenen Hosenbund noch erhöht. So lässt sich die Weite mithilfe der beiden Klettverschlüsse individuell anpassen. Problem ist dann nur, dass sich das Material bei Wärme und Schweiß etwas weitet und die Hose dann schnell “ausgeleiert” wirkt. So zumindst bei mir. Abhilfe schafft in diesem Fall ein Gürtel, den man einfach durch die großzügigen Schlaufen ziehen kann.

Praktisch sind die vier Taschen, um entweder die Hände zu wärmen oder Utensilien wie Handy, Kartenmaterial oder LVS-Gerät zu verstauen. Letzteres kann in der rechten, auf dem Oberschenkel aufgesetzten Pocket noch zusätzlich mit einem robusten Plastikring befestigt werden. Über einen Reissverschluss erweiterbare Beinenenden, integrierte Gamaschen und ein robuster Kantenschutz gegen scharfe Skikanten oder spitze Steigeisen runden das durchdachte Gesamtkonzept noch ab.

Das Fazit – die Vor und Nachteile im Überblick:

Die Odin Mountain Hybrid Softshell Pant von Helly Hansen ist die perfekte Wahl, wenn es richtig hart zur Sache gehen soll. Dafür sorgt allein das robuste Material und die flexiblen Eigenschaften. Lediglich beim Gewicht könnte noch nachgebessert werden. Aber alles in allem sorgt die Tourenhose für rundum zufriedene Gesichter – sei es beim Aufstieg oder bei der Abfahrt.
+ Top-Verarbeitung
+ sehr gute Regulierung des Körperklimas
+ viel Bewegungsfreiheit dank Stretch-Eigenschaften
+ wasserabweisendes und robustes Material
+ mit Klett verstellbarer Hosenbund
– Klettverschluss im Hosenbund dehnt sich bei Wärme aus

Die Details:
Besonderheiten: 4-Wege-Stretch-Softshell-Material, C6 DWR, Cargotasche rechts mit  integriertem D-Ring für das LVS-Gerät, Reißverschlussöffnung am Bein mit integrierter Stiefelgamasche, Klettverschlussregulierung in der Taille und Gürtelschlaufen, Belüftung seitlich hinten am Oberschenkel, integriertes RECCO-System
Material: 82% Polyamid, 18% Elasthan (Obermaterial), 100% Polyester (Rückseite)
Farben: Acid Lime, Charcoal
Größe:  S – XXL
Gewicht: 651 Gramm
Preis: 220,- Euro (UVP)

Das Gesamtfazit zur neuen Odin Skitouren-Kombi:

Die Helly Hansen Odin Skitouren-Kombi braucht sich gegenüber den Platzhirschen in der Branche definitiv nicht zu verstecken. Allerdings ist die Kombi aufgrund des doch recht hohen Gewichts eher weniger für Speed- und auftsiegsorientierte Tourengeher geeignet, sondern eher für Freerider, die sich ihre Line im Powder selbst erkämpfen wollen. Überzeugen kann die Kombi vor allem durch maximale Robustheit, Langlebigkeit und gute Funktionalität. Dadurch dürften Backcountry-Fans vermutlich recht lange ihre Freude daran haben, zumal das Design recht zeitlos daher kommt.
*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.