Testbericht – Salomon Pulsar Trail: Laufschuhe mit optimaler Energierückgewinnung beim Trailrunning

von | 12. August 2022 | Allgemein, Testberichte, Trailrunning

Salomon besinnt sich in der aktuellen Laufsaison 2022 definitiv auf die eigenen Wurzeln und bringt getreu dem Motto „Back to the roots“ so manchen Look als alten Tagen wieder zurück auf die Trails. Zu den aktuellen Highlights zählt neben der Neuauflage des beliebten Allroundklassikers – dem Salomon Speedcross 6 – auch der Salomon Pulsar Trail, dessen Design sich ebenfalls stark an den ursprünglichen Laufschuh-Modellen aus den Anfangszeiten der französischen Outdoormarke erinnert. Auch der zweite Allrounder im Sortiment kann als Hommage an die frühen 2000er Jahre vestanden werden. Wie schnell und reaktionsfreudig der Neuling tatsächlich ist, haben wir für euch getestet.

Salomon Pular Trail – Trailschuh im kultigen Retro-Design mit solider Dämpfung, 10mm Sprengung und neuartigem Rocker-Shape

Der Pulsar Trail von Salomon ist quasi der „kleine Bruder“ vom Pulsar Pro Modell und soll Trailrunner besonders dynamisch vorantreiben, ohne dabei zu sehr ins finanzielle Kontor zu schlagen. Im Gegensatz zu den bekannten Sense Modellen handelt es sich bei der Pulsar Trail Serie um überaus reaktionsfreudige Laufschuhe, die mit einer integrierten Energy-Plate für optimale Energierückgewinnung ausgestattet sind.

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Damit der Laufkomfort dabei dennoch nicht zu kurz kommt, ist die supergriffiges Contagrip® Gummilaufsohle mit einer optimierten Noppengeometrie (3,5 mm Höhe) versehen. Zudem ist die Energy Surge Zwischensohle leicht abgerundet und verfügt über eine Sprengung von 6 Millimetern, um das natürliche Abrollverhalten zu unterstützen. Aber auch sonst wird der Tragekomfort dank guter Dämpfung und höherer Sohlendicke definitiv groß geschrieben. Insbesondere auf kurzen bis mittleren Distanzen.

Salomon Pulsar Trail im Test

Die dafür notwendige Stabilität soll durch die enganliegenden EndoFit™ Konstruktion und das innovative Quicklacing gewährleistet werden. Verstärkungen an Fersen und Zehen sorgen darüber hinaus für optimalen Schutz vor Stößen und scharfkantigen Gegenständen. Abgerundet wird das alles noch durch ein robustes Obermaterial aus atmungsaktivem Mesh, das Feuchtigkeit zügig ableitet, und eine eingenähte Zunge, die das Eindringen von Steinchen zu verhindern soll.

Das af-Testurteil von Veit: Vielseitiger Allrounder mit solider Dämpfung, niedrigem Gewicht und traumhaftem Tragekomfort auf jeder Distanz

Im direkten Vergleich mit den Modellen Sense Ride 4 oder dem Ultraglide zeigt sich, dass der Pulsar Trail etwas stabiler im Gesamtaufbau ausfällt. Auch die Sohle läuft sich allein wegen der integrierten Energy Blade deutlich strammer und weniger gedämpft. Dementsprechend kann man mit dem Pulsar Trail problemlos auch mal ein paar Kilometer auf der Asphaltstraße oder auf härteren Forstwegen zurücklegen, da gerade hier die Energierückgewinnung besonders gut funktioniert. Im Gelände ist der Laufschuh dafür etwas weniger wendig und der Bodenkontakt fällt nicht so direkt aus wie mit einer weicheren Zwischensohle vergleichbarer Modelle.

Trailrunning-Laufschuhe von Salomon Pulsar Trail

Generell bewerte ich den Pulsar Trail als guten Allrounder für Einsteiger und ambitionierte Läufer, da dessen Konstruktion sowohl optimale Stabilität als auch soliden Vortrieb gekonnt miteinander kombiniert. Dazu trägt vor allem der 6 Millimeter Drop bei. Aber auch die besagte Verstärkung in der Zwischensohle, die ähnlich neuartiger Carbon-Sohlenkonzepte die abgegebene Energie zurückspielen soll – zumindest in der Theorie. In der Praxis lässt sich dieser Effekt allerdings nur unter Idealbedingungen feststellen, also auf möglichst geraden und wenig verblockten Strecken.

Pulsar Trail Trailrunning Laufschue von Salomon

Läufer, die bevorzugt schnell unterwegs sind, profitieren natürlich auch im Aufstieg vom mitgelieferten Vorteil, dass die Füße tatsächlich nicht so schnell ermüden wie bspw. beim Sense Ride. Weil der Trailschuh recht verwindungssteif ist und die feinen Knochen nicht so viel arbeiten müssen wie sonst, ist der Laufschuh allerdings auch weniger agil im Gelände und tut sich etwas schwerer mit technischem Terrain. Gegenüber den Sense Ride Modellen fallen auch die seitlichen Verstärkungen beim Pulsar Trail deutlich üppiger aus. Vor allem im Fersenbereich, wodurch der Fuß entsprechend fester vom Schuh steht.

Sohlen von Salomon Pulsar Trail Schuhen

Dadurch fällt der Oberschuh grundsätzlich robuster und zugleich auch etwas schlanker vom Schnitt her aus. Auffällig ist, dass Mittelfußbereich etwas enger gefasst wurde. Weshalb gerade breitere Füße sich nicht mehr ganz so wohlfühlen, wie es im gefälligeren Sense Ride oder Ultraglide der Fall ist – trotz großzügigem Platz in der Zehenbox. Ansonsten überzeugt der Pulsar Trail durch eine solide Performance auf nahezu allen Trails, solange es nicht allzu technisch wird.

Testbericht – Salomon Pulsar Trail Sohlen

Das verarbeitete Meshmaterial sorgt dauerhaft für optimales Fußklima, die leicht vorgebogene Laufsohle ermöglicht ein optimiertes Abrollen und auch die Traktion kann sich durchaus sehen lassen. Nur die Profilierung der Contragrip Laufsohle fällt wie beim Ultraglide einen Tick zu gering aus und könnte den anfänglich guten Grip bei entsprechend intensiver Nutzung recht bald verlieren.

Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der Salomon Pulsar Trail ist ein etwas stramm gedämpfter Trailschuh mit innovativem Sohlenkonzept, das aber keine Wunder bewirkt. Zwar läuft sich der Allrounder grundsolide und bietet überraschend viel Stabilität. Allerdings sorgt die Energy Blade zugleich auch dafür, dass der Laufschuh grundsätzlich verwindungssteifer und dadurch weniger agil im Gelände unterwegs ist. Wer breite Füße hat, dürfte hinsichtlich des Tragekomforts vor allem im Mittelfußbereich ein paar Abstriche hinsichtlich des Tragekomforts hinnehmen müssen.

Testbericht – Salomon Pulsar Trail - Seitenansicht

Ansonsten punktet der Allrounder vor allem durch seinen „Rockershape“, der das natürliche Abrollverhalten unterstützt. Damit ist der Pulsar Trail der ideale Laufschuh für Einsteiger und ein perfekter Begleiter für kurze oder mittlere Distanzen in nicht allzu anspruchsvollem Terrain.

+ guter Grip bei allen Bedingungen
+ ausreichend Platz in der Zehenbox
+ gute Traktion und optimaler Schutz dank Verstärkungen
+ bequemer Tragekomfort
+ optimiertes Abrollverhalten durch vorfgeformte Laufsohle
+ atmungsaktives Mesh-Material für perfektes Fußklima
+ ordentlich Vortrieb

– recht eng gechnittener Mittelfußbereich
– Laufsohle mit etwas zu geringer Profiltiefe
– starres Laufgefühl durch Energy Blade

Die Details:
Besonderheiten:
SensiFit-Technologie, Mud Contagrip® Laufsohle, Oberschuh mit Overlay-Verstärkungen, OrthoLite® Einlegesohle, Quicklace-Schnellschnürung, verstärkte Ferse, verstärkte Fußspitze
Material:
Textil MCL, Synthetik MCL, Meshmaterial Synthetik
Farben: Poppy Red / Biking Red / Black; Vibrant Orange / Vanilla Ice / Black; Black / Clematis Blue / Blazing Orange
Sprengung: 6 mm (von 32.6 mm auf 26.6 / 3,5 mm Stollentiefe)
Sohle: Energy Surge aus EVA und Olefin (OBC) mit integrierter Energy Blade, Mud Contagrip® Laufsohle
Gewicht: ca. 280 Gramm (bei Mustergröße EU 42)
Größen: EU 40 – 49 1/3
Preis: 129,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.