News – Red Bull Media House: Mira Rai – von der Kindersoldatin zur Nationalheldin auf der Ultradistanz

von | 01. Juli 2020 | Allgemein, Laufsport, Neues, Outdoornews, Trailrunning, Webtipp

Als Frau, die in einem abgelegenen Dorf im Himalaja lebt, dürfte Mira Rai eigentlich nicht jenen Status besitzen, den sie heute besitzt: Die 32-jährige Nepalesin und Salomon-Athletin zählt zu einer der besten Ultraläuferinnen der Welt und ist in ihrem Heimatland so etwas wie eine gefeierte Nationalheldin. Wie sich die einstige Kindersoldatin mit ein wenig Glück zum Vorbild vieler einheimischer Mädchen “kämpfte”, zeichnet nun ein zweiteiliger Doku-Film aus dem Red Bull Media House nach. Der auch auf diversen Festivals gefeierte „The Way Of The Wildcard“ kann ab sofort auf Youtube abgerufen werden.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

The girl who runs on happiness – worum geht’s?

Mira Rais Laufkarriere begann unter extremen Umständen: Als junges Mädchen musste sie um vier Uhr morgens aufstehen und drei Stunden lang über die Berge laufen, um für ihre Familie 28 kg schwere Säcke mit Wasser, Öl und Reis zu holen. Dadurch entwickelte die junge Nepali überragende körperliche Fähigkeiten – allerdings auf Kosten ihrer eigenen Bildungschancen. So musste sie die Schule abbrechen, um ihrer Familie bei der Arbeit im Dorf zu helfen. Als 14-Jährige verließ sie mitten in der Nacht ihre Heimat, um sich in den abgelegenen Bergwäldern einer militärischen Ausbildung zu unterziehen. Als der Bürgerkrieg 2006 endete, meldete sich Mira Rai zum Spaß für einen lokalen Halbmarathon an. Sie trat mit leerem Magen und ohne Geld für Essen an. 400 Meter vor der Ziellinie brach sie erschöpft zusammen – und wurde dennoch zur Siegerin erklärt.

© Red Bull Media House / Martina Valmassoi

Schon bald nachdem sie auch das Ultrarunning für sich entdeckt hatte, gewann Mira Rai das berühmte Himalayan Outdoor Festival – in Trainingshosen und einfachen Turnschuhen. Es folgten Siege bei acht weiteren Ultrarunning-Wettkämpfen, die schließlich zum 82 km langen Ultra-Trail du Mont-Blanc in Frankreich führten. Dort drang Mira im Jahr 2016 endgültig an die Weltspitze vor, indem sie das Rennen der Damen mit sagenhaften 21 Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten gewann. Seitdem gilt die Ausnahmesportlerin in Nepal als neues Symbol der Hoffnung und als Inspiration eines ganzes Landes. Heute ist ihre Mission das Empowerment von Frauen. Sie unterstützt junge Nepalesinnen, ihren eigenen Weg zu gehen. Als National Geographic Adventurer of the Year 2017 hat die Ultraläuferin zudem die „Mira Rai Initiative“ ins Leben gerufen. Eine Organisation, die jungen Frauen finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um ihnen neue Perspektiven zu verschaffen und Mentoring zu betreiben. Außerdem fördert sie die Trailrunning-Community.

Quelle: eyesprint communication