Testbericht – Kohla Track 23 L+: Funktionaler Wanderrucksack „made in Tirol“ – mit verstellbarem und belüftetem Tragesystem

von | 25. Oktober 2021 | Allgemein, Bergsteigen_neu, Testberichte_neu

Kohla – wer jetzt an ein Erfirschungsgetränk denkt, liegt völlig daneben. Zweite Chance: Wer jetzt an Steigfelle für Splitboarder und Skitourengeher denkt, kommt der Sache schon deutlich näher. Denn die österreichischen Fellspezialisten aus Innsbruck stellen mittlerweile auch Rucksäcke her. Allessamt Bergsportartikel „Made in Tirol“, die unter dem Dach der IBEX Sportartikel GmbH firmiert. Mit der neuen Rucksackkollektion von Kohla sollen laut eigenen Angaben die Themen Skitouren, Alpin und Klettern in einem Produkt vereint werden. Hierfür vertreibt die Outdoormarke neben der Track-Serie auch eine Alpinist-Linie und im Everyday- bzw. Urban-Lifestyle-Segment verschiedene Produkte für den Alltagsgebrauch. Fehlt nur noch die Kinder Serie Happy, die zwei Kinderrucksäcke sowie Tragekraxen beinhaltet. Wir haben mit dem Track 23 einen Allrounder für kurze Wanderungen für euch getestet.

Kohla Track 23 L+: Robuster, funktionaler und am Rücken gut belüfteter Wanderrucksack

Der Track 23 von Kohla soll sich vor allem für kürzere Tagestouren oder entspannte Wanderungen eignen. Hierfür ist das Modell mit einem verstellbaren und am Rücken frei belüftetes Tragesystem ausgestattet, das beste Ventilation und höchsten Tragekomfort verspricht. Hinzu kommen großzügig gepolsterte, ergonomisch geformte Schulterträger und ein Hüftgurt mit zweifachem Zugsystem für optimale Lastenverteilung. Das Außenmaterial aus Nylon PU Dobby Stoff soll über wasserdichte Eigenschaften verfügen, um die im Rucksack verstauten Klamotten auch bei starken regengüssen zuverlässig trocken zu halten.

© Gipfelfieber

Zum geräumigen Hauptfach mit seinen 23 Liter Volumen kommen noch zwei außen platzierte Balktaschen sowie zwei im Deckel integrierte Fächer – ein RV-Fach innen und ein on top aufgesetztes RV-Fach mit Schlüsselclip für den Schnellzugriff. Darüber hinaus verfügt der Backpack noch über eine vom Haupfach abgegrenzte Trinksystem-Aufnahme, deren Trinkschlauch über eine seitliche Öffnung nach außen geführt werden kann. In der auf dem Hüftgurt rechterhand platzierten Tasche können wichtige Kleinigkeiten sicher verstaut werden, während sich auf der linken Seite eine Materialschlaufe zum Befestigen von Karabinern befindet. Eine Notfallanweisung im Deckelfach sowie ein im Boden integrierter Regenschutz sowie eine seitliche Stockhalterung runden den Track 23 von Kohla gekonnt ab. Passend zum Herren-Modelle sol demnach auch eine spezielle Damenversion mit kürzerer Rückenlänge und ergonomischen Schultergurten verfügbar sein.

Das af-Testurteil von Veit: Relativ leichter Allrounder für jede Gelegenheit mit ein paar funktionalen Defiziten

Ich habe inzwischen schon so einige Rucksäcke durch die Gegend getragen – von groß bis klein und von Tagesrucksack bis zum Airbag war alles dabei. Aber immer nur von den bekanntesten Backpack-Marken wie Deuter, Osprey oder Gregory. Dass die Fellspezialisten von Kohla ebenfalls Rucksäcke im Sortiment haben, war mir so noch nicht bewusst. Dementsprechend hoch war die Messlatte angelegt. Bleibt also die Frage: Sollte der Schuster doch bei seinen Leisten bleiben? Die Antwortet lautet ganz klar: JEIN.

Natürlich haben die Platzhirsche am Markt einfach weitaus mehr technisches Know-How verpackt und arbeiten seit Jahrzehnten am perfekten Tragekomfort. Aber verstecken muss sich Kohla deshalb noch lange nicht. Für die erste Modell-Serie machen die Backpacks durchaus etwas her. Vor allem optisch können sich die Lastentiere durchaus sehen lassen. Kritikpunkte gibt es natürlich auch jede Menge. Aber fangen wir mal bei den positiven Punkten an. Hervorzuheben ist ganz klar der gute Tragekomfort und die sauber gepolsterten Tragekomponenten. Sowohl der Hüftgurt als auch die Schulterriemen liegen optimal am Rücken an, drücken nicht unangenehm und sorgen für eine rundum gelungene Lastenverteilung. Nur die angebliche Verstellbarkeit haben wir bisher partout nicht entdecken können. Zwar ist das Zweifach-Zugsystem durchaus praktisch, nur entsteht dadurch etwas arg viel „Bändersalat“. Besonders praktisch sind hingegen die beiden aufgesetzten Schlaufen an den Trageriemen, in die man beim Wandern die Daumen einhängen kann. Endlich hat mal einer diese simple Idee umgesetzt. Das aufgespannte Tragesystem ist definitiv Geschmackssache, denn nicht jeder mag die Dauerbelüftung, die aber gerade an heißen Tagen für dauerhafte Erfrischung sorgt.

Auch das Volumen fällt überraschend großzügig aus, weshalb in den Track 23 mehr reinpasst als man beim ersten Blick vermuten mag. Das Hauptfach ist geräumig, hält ein separates Fach am Rücken für das Trinksystem bereit. Die beiden seitlich platzierten Staufächer bieten die Möglichkeit, auch von außen bequem auf Trinkflaschen zuzugreifen. Problem ist nur, dass sie etwas zu kurz geraten sind und somit die Gefahr steigt, bei schnellen Bewegungen oder beim Bücken den Inhalt zu verlieren. Gleiches gilt auch für das äußere Deckelfach, das nach unverständlicherweise nach vorne hin geöffnet ist. Dadurch purzelt darin Verstautes jedes Mal direkt heraus, vor allem wenn der Rucksack voll bepackt ist.

Unglücklich platziert ist auch das Staufach am Hüftgurt, das leider etwas zu weit hinten aufgesetzt wurde und für größere Smartphones zu klein ausfällt. Ebenfalls nicht ganz verständlich ist, wieso nicht auch auf der linken Seite eine RV-Tasche zu finden ist. Denn beim Wandern braucht man eher selten eine Materialschlaufe für Karabiner. Worauf man unterwegs definitiv nicht verzichen will, ist die integrierte Regenhülle, die platzsparend im Boden verstaut ist und passgenau den Rucksack bei schlechtem Wetter vor eindringender Feuchtigkeit schützt.

Das Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Mit dem Track 23 hat Kohla einen praktischen Allrounder für kurze Wanderungen und Tagestrips im Programm, der sich vor allem durch sein überraschend großzügig ausfallendes Packvolumen und sein relativ geringes Gesamtgewicht empfiehlt. Zwar wirkt das verwendete Material an manchen Stellen etwas preiswert, aber das nimmt in keinster Weise Einfluss auf die Funktionalität. Ein paar Details sollten allerdings noch dringend nachgebessert werden, wozu neben dem unpraktischen Deckelfach auch das fehlende Staufach am Hüftgurt und die etwas zu flach geratenen Seitenfächer zählen.

+ relativ leicht im Gewicht
+ überraschend viel Platz
+ angenehmer Tragekomfort
+ robustes Material
+ relativ geringes Eigengewicht
+ integrierte Regenhülle
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

– qualitativ eher billig wirkendes Material
– Seitenfächer etwas zu kurz geraten
– unpraktisch konzipiertes Deckelfach
– nur rechts platziertes Hüftgurt-Staufach

Die Details:
Besonderheiten: AirLite System, Wanderstockhalterung, integrierte Regenhülle, Seperates Fach fürs Trinksystem, gut belüfteter Hüftgurt mit Handytasche und Zweifach-Zugsystem
Material: Nylon PU Dobby Stoff aus 50% Nylon, 50% Polyester
Volumen: 23 Liter
Rückenlänge: unisex, auch als spezielle Damenversion mit kürzerer Rückenlänge und ergonomischen Schultergurten verfügbar
Farben: Antic-Moss/Sulphure Spring, Caviar/Shell Green, Legion Blue/ Sulphur Spring, Magenta Purpble/Flame Scarlet
Gewicht: ca. 0,9 kg
Preis: 99,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.