Fertiggerichte galten lange als Kalorienfallen – doch zahlreiche Bio-Start-ups drehen das Image gerade radikal um. Aus ungesunden Fast Food wird so ein leckeres Convinience-Produkt, das wie selbst gekocht schmeckt und als Teil einer gesunden Ernährung vielerlei Vorteile mit sich bringt. Wir haben den Gründern von Löwenanteil, Robin Redelfs und Thomas Kley, auf den Zahn gefühlt und ein paar ihrer Fitness-Gerichte über unseren Gaumen wandern lassen. Inwiefern die proteinreichen Mahlzeiten im Glas tatsächlich das Zeug dazu haben, nicht nur für Berufstätige und Genussmenschen, sondern auch für den Bergsport interessant zu sein, erfahrt ihr in diesem Testbericht.
Löwenanteil – Kurzvorstellung: vom Dickmacher zum Fitness-Hack
Löwenanteil ist ein deutsches Food-Unternehmen mit Sitz in Oldenburg, das proteinreiche Bio-Fertiggerichte auf Basis von Hülsenfrüchten und Gemüse entwickelt und produziert – von der klassischen Bolognese über Curry- und Gulaschgerichten bis hin zu Linsen-Dals. Die Gerichte sind dabei als vollwertige Mahlzeiten konzipiert, entsprechend klar portioniert und können ohne viel Aufwand innerhalb kürzester Zeit zubereitet werden. Damit gesunde Ernährung auch im Alltag funktioniert und nicht an den Kochkünsten eines Einzelnen scheitert.

Allerdings hatten Fertiggerichte jahrelang ein Imageproblem: zu fettig, zu salzig, zu künstlich. Oder kurz gesagt: Der kulinarische Beweis dafür, dass Bequemlichkeit und Gesundheit einfach nicht zusammenpassen. Ganz im Gegenteil, sich gesund ernähren hieß lange: Wer etwas auf sich hält, kocht frisch. Und wer keine Zeit hatte, griff zur Dose und sollte ein schlechtes Gewissen haben. Doch die Zeiten haben sich inzwischen geändert und das einstige Schwarz-Weiß-Denken bröckelt gewaltig.
Weil der Wunsch nach einem gesünderen Lebensstil und maximale Convinience bei der Zubereitung von leckeren Mahlzeiten in unseren schnellebigen Zeiten immer weiter zunimmt. So entdecken immer mehr Menschen zwischen Homeoffice, Büro und Dauerstress den Wunsch nach Fertiggerichten, die mit der einstigen Generation an Instant-Food heutzutage nichts mehr gemein haben: Bio statt Billigware, Protein statt leerer Kalorien, Nährwerte statt Bauchgefühl.

Einen großen Anteil daran, dass das Image von Fertiggerichten ordentlich poliert werden konnte, hat auch das besagte Startup aus Oldenburg. Das junge Unternehmen wirbt mit Bio-Mahlzeiten im Glas, die schnell, sättigend und „fitnesstauglich“ sein sollen. Gute und vor allem gesunde Fertiggerichte für Menschen, die schlichtweg keine Zeit haben, jeden Tag frisch zu kochen. Aber dennoch viel Wert auf gesunde Ernährung legen. Das Comeback von Fertiggerichten ist daher weniger ein Trend als vielmehr ein Spiegel unserer modernen Arbeits- und Lebensrealität – wozu auch der Alltag und somit der Bergsport zählen.
Sattessen und dabei abnehmen? Mit Hilfe von leckeren Fintness-Gerichten, kein Problem!
Ein besonders sichtbarer Teil dieses Wandels zeigt sich beim Thema Abnehmen. Denn immer mehr Menschen merken: Nicht Verzicht ist das Problem, sondern Heisshunger und unkontrollierter Genuss bzw. der Konsum ungesunder Nahrungsmittel. Genau hier setzen Konzepte wie die Mahlzeiten im Glas von Löwenanteil an. Die protein- und ballaststoffreichen Bio-Gerichte sind so konzipiert, dass sie im Verhältnis zu ihren Kalorien stark sättigen sollen und Heißhunger gar nicht erst aufkommen kann.

Zugleich setzen die einzelnen Rezepte auf Zutaten, die gut verträglich sind und die Darmflora nachhaltig unterstützen – ein Faktor, der für Gewicht, Energielevel und Wohlbefinden eine immer größere Rolle spielt. Statt kurzfristiger Diäten wird demnach ein Ansatz verfolgt, der mehr als nur alltagstauglich ist – und genau das macht modernes Convenience Food für viele Menschen plötzlich interessant. Denn was früher als Dickmacher verpönt war, wird heute zum Werkzeug für erfolgreichen Muskelaufbau, wirkdsame Diäten und vollwertige Gerichte an stressigen Arbeitstagen.

Genau deshalb verfolgt das Oldenburger Unternehmen einen strengen Ansatz: Mahlzeiten sind als ‘Complete Meals’ gedacht und liefern einen überdurchschnittlichen Proteingehalt von bis zu 43 Gramm pro Glas. Auch der Ballaststoffgehalt fällt besonders hoch aus und soll zu einer gesunden Verdauung beitragen, die nach Snacks wie Protein-Riegel zum Beispiel nicht gegeben wäre. So liefern die Gläser von Löwenanteil jede Menge Protein, Ballaststoffe und klar kalkulierbare Kalorien. Und das Beste – die Fertiggerichte landen innerhalb weniger Minuten und ohne viel Aufwand verzehrfertig auf dem Tisch.
Zwischen Lösung und Limit: Moderne Fertiggerichte sind kein Ersatz für gesunde Ernährung.
Natürlich stellen auch die modernen, gesunden Fertiggerichte kein Zaubermittel dar und sollen keine vollwertige, gesunde Ernährung ersetzen. Natürlich sollte man sich in Zukunft nicht ausschließlich aus dem Glas ernähren und gar nicht mehr selbst kochen. Vielmehr geht es darum, Struktur und Regelmäßigkeit in den privaten bzw. beruflichen Alltag zu bringen. Wenn Fertiggerichte Menschen dabei helfen, sich häufiger bewusst und ausgewogen zu ernähren, ist schon viel gewonnen.

So wird aus einer vermeintlichen Zwischenlösung zumindest ein Lösungansatz, um das Thema gesunde Ernährung wieder stärker in den Fokus zu stellen. Somit lautet der Anspruch der Köpfe hinter Löwenanteil auch nicht, Kochen zu ersetzen. Vielmehr wollen sie mit ihren Fertiggerichten in stressigen Momenten eine gehaltvolle und vor allem gesunde Alternative zu fettigem Fast Food anbieten. Denn wer einmal zum Cheat-Meal greift, ist deutlich eher dazu geneigt, die eigenen Ziele gänzlich aufzugeben.
Das aF-Fazit von Veit & Kathrin: Superleckere Fertiggerichte wie von Muddi!
Löwenanteil ist die perfekte Alternative, wenn man im Alltag mal keine Zeit oder Lust hat, selbst etwas zu kochen. Besonders praktisch: Ungekühlt sind die in den Einweggläsern abgefüllten über ein Jahr haltbar. Darüber hinaus ist der Nachhaltigkeitsaspekt nicht zu verachten. Denn statt laberiger Plastiktüten, gibt’s echtes und vor allem geschmacksneutrales Glas als Verpackung, das sich praktischerweise auch noch stapeln und problemlos auch als Einwegglas für Marmeladen verwenden lässt. Das spart Platz in der Küche bzw. im Kühlschrank und schont obendrein den Geldbeutel.

Und gesunde, ausgewogene Mahlzeiten sind auch jederzeit zur Verfügung, falls doch mal wieder keine Zutaten im Haus zu finden sind und man einfach schnell etwas richtig Leckeres zwischen die Kiemen bekommen will. Natürlich darf man von einem Fertiggericht rein optisch nicht allzu viel erwarten. So sind alle Fertiggerichte von Löwenanteil quasi vorgekochte, dickflüssige Eintöpfe, Dals oder Currys. Das sieht optisch zwar auf den ersten Blick eher etwas unappetitlich aus und erinnert stark an Katzenfutter aus der Dose, schmeckt aber tatsächlich überraschend gut und erfüllt immerhin den wichtigsten Zweck: Jedes Gericht macht ordentlich und vor allem langfristig satt – Optik hin oder her.
Auch der Preis ist letztendlich absolut in Ordnung, wenn man pro Glas mit 8,- bis 10,- Euro kalkuliert. Viel günstiger kann man kaum eine Mahlzeit kochen. Gemessen an der Zeitersparnis und allem, was es für die Zubereitung braucht – einschließlich Zutaten und Energieaufwand – sind die Fertiggerichte in unseren Augen sogar relativ günstig. Und der wichtigste Aspekt: Jedes Gericht lässt sich innerhalb kürzester Zeit zubereiten und macht mindestens eine Person satt.
Selbst als Zwischenmahlzeit beim Bergsport, sofern man das mit dem Glas verbundene Restrisiko und das Mehrgewicht in Kauf nimmt. Dafür reicht aber ein Kocher und Kochgeschirr, um die sich für die Gipfeljause oder das Notbiwak eine vollwertige Mahlzeit aufkochen zu können. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es deutlich besser schmeckt als die „Astronautennahrung“ klassischer Instant-Bergnahrung.
Das Gesamtfazit – die Vor und Nachteile im Überblick:
Die Fertiggerichte von Löwenanteil sind geschmackstechnisch echt der Hammer. Für den ein oder anderen vielleicht in puncto Geschmack etwas zu salzig oder zu stark gewürzt. Aber da muss jeder oder jede selbst dem eigenen Gustus folgen. Probieren lohnt sich auf jeden Fall – ob nun für die schnelle Mittagspause im Alltag oder als „Instant Food“ am Berg. Dabei spielt es kaum eine Rolle, welches Gericht man einpackt und aufkocht, da allesamt wirklich lecker sind. Einzig die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig und erinnert stark an die Kochergebnisse aus dem Thermomix. Aber mit Blick auf die gesunden Zutaten, die Nährwerttabelle und den gestillten Hunger, ist dieser Punkt fast schon zweitrangig.
+ superleckere Gerichte
+ nahrhaft und gesund
+ macht nachhaltig satt
+ gesunde Zutaten
+ nachhaltige Verpackung
+ schnell zubereitet
– gewöhnungsbedürfige Konsistenz
– je nach Gustus etwas zu salzig oder zu würzig
Die Details zu Löwenanteil Fertiggerichten:
Besonderheiten: Ohne künstliche Zusätze, Zucker oder Aromen, recycle-fähiges und wiederverwendbare Verpackunsgmaterialien
Zutaten: je nach Gericht unterschiedlich, auf jeden Fall mit komplexen Kohlenhydraten, essentiellen Fettsäuren, reichlich Protein und jeder Menge Ballaststoffe
Gewicht: ca. 570 g pro Glas
Preis: 7,99 bis 9,99 Euro (UVP pro Glas / Fertiggericht)
*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.
