Testbericht – La Sportiva Jackal GTX Women: Super bequemer und komfortabel gedämpfter Damen-Trailschuh für mittlere Distanzen

von | 10. Februar 2021 | Allgemein, Laufsport, Testberichte, Testberichte_neu, Trailrunning, Trailrunning_neu

Laufsport bei eisigen oder nasskalten Temperaturen ist nicht jedermanns oder jederfraus Sache. Dabei ist gerade in Zeiten von Corona und während der Erkältungs- und Grippe-Saison die Stärkung des Immunsystems ungemein wichtig. Allerdings muss vor allem der innere Schweinehund überwunden werden und es braucht adäquates Equipment – vom warmen Baselayer über die winddichte Laufjacke bis hin zum wasserdichten Laufschuh. Auch wenn sich die Geister bei letzterem durchaus scheiden mögen, einen Vorteil bieten die Gore-Treter auf jeden Fall: Die Füße bleiben nicht nur schön trocken, sondern vor allem auch wunderbar warm. Damit auch der Komfort nicht zu kurz kommt und ultralange Distanzen selbst bei Schmuddelwetter richtig Spaß machen, haben die Schuhspezialisten aus dem italienischen Val di Fiemme einem ihrer momentan beliebtesten Modelle eine wasserdichte Membrane verpasst. Wir waren mit dem neuen Jackal GTX Women von La Sportiva für euch in den Chiemgauer Trails unterwegs.

La Sportiva Jackal GTX – ultraleichter und minimalistischer Laufschuh für kurze bis mittellange Distanzen

Der neue Jackal GTX von La Sportiva wird als robuster und wasserdichter Laufschuh für die wechselhafte Übergangszeit bzw. kalte Wintermonate deklariert. Dank seiner ausgeprägten Dämpfungseigenschaften soll sich der Trailrunning-Schuh dabei vor allem für ultralange Strecken und Trainingseinheiten auf der Mitteldistanz eignen. Hierzu trägt auch die innovative Infinitoo™-Technologie in der EVA-Zwischensohle mit dem integriertem Rock-Shield bei, die bei jedem Schritt die zuvor abgegebene Energie in erhöhtem Maße wieder zurückgeben und Ermüdungserscheinungen aktiv vorbeugen soll. Während die frontale Einlage die Dämpfung erhöht, stabilisiert die hintere Einlage den Fuß. Für zusätzlichen Tragekomfort sorgen die elastische „Comfort Fit Zunge“ die weite Zehenbox, die selbst breiteren Füßen ausreichend Platz bietet. Auch die Schnürung trägt hierzu bei, indem die Schlaufen direkt auf den seitlichen Einsätzen des Schafts eingesetzt sind und somit eine bessere Volumenregulierung gewährleisten.

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Der Oberschuh besteht aus robustem, aber dennoch flexiblem und atmungsaktivem Sandwich-Mesh, der durch seitliche Verstärkungen aus wärmegeklebtem TPU und zusätzliche seitliche Einsätze aus mono-bava Nylon für die nötige Stabilität im Gelände sorgen soll. Das Innenfutter ist zudem mit einer Gore-Tex-Membrane mit Invisible-Fit-Technologie ausgestattet, um die Füße auch bei nassen oder matschigen Bedingungen zuverlässig trocken zu halten. Die profilierte Außensohle mit ihrer hauseigenen, zweifachen Frixion-Red-Mischung und den Impact-Brake-System-Stollen mit unterschiedlichen Stärken verspricht maximale Traktion und optimalen Grip. Während die stoßfeste und verstärkte Schuhspitze aus TPU die Zehen vor Stößen schützt. Praktische Anziehschlaufen an der Ferse runden das Gesamtkonzept ab.

Das af-Testurteil von Kathrin: enorm leichter Trailschuh mit traumhafter Passform und leider mangelhaftem Grip

Eines vorweg: Wie schon beim Helios 3.0 von La Sportiva fällt auch beim Jackal GTX Women die Größe deutlich kleiner aus, weshalb ich statt zur EU 37,5 lieber zur EU 38,5 gegriffen habe. Aufmerksam geworden bin ich auf den neuen Jackal bereits im Sommer, allerdings als Version ohne Gore-Tex-Membran. Eine Bekannte schwärmte vom hervorragenden Komfort und der Vielseitigkeit des relativ leichten Trailschuhs, wodurch dieser problemlos bei den verschiedensten Outdoor-Aktivitäten zum Einsatz kommen kann. Angefixt von dieser regelrechten Lobhudelei bin ich also kurzerhand auch einmal in das Komfortwunder gestiegen und war bereits beim ersten Hineinschlüpfen begeistert. Wie auf Wolken läuft es sich damit, wird der Fuß durch die sockenartige Konstruktion super bequem umschlossen und sorgt die üppige Dämpfung für einen regelrechten „Bounce-Effekt“.

Da bereits die nasskalte Zeit ins Haus stand, ließ ich es mir nicht nehmen, direkt die wasserdichte Version auf die heimischen Trails zu entführen. Von der Passform her ist kein Unterschied gegenüber dem Sommermodell festzustellen. Lediglich das Gewicht fällt einen Ticken höher aus. Auch sonst ist die technische Ausstattung identisch, fehlte also nur noch ordentliches Herbstwetter. So viel steht nach den ersten Touren bei Dauerregen und durch knietiefen Schneematsch jedenfalls fest: Der Tragekomfort ist einfach top – egal ob beim Sommer- oder Herbst-/Winter-Modell. Zuverlässig hält die Gore-Tex-Membrane meine Füße trocken, selbst wenn es wie aus Eimern schüttet oder die Laufrunde durch quatschnassen Schnee führt. Lediglich ein kaltes Gefühl kam ab und an auf, wenn sich das Obermaterial auf Dauer mit Wasser vollsaugt. Warm sind die Zehen bei den ersten kühlen Temperaturbereichen rund um die 0°C aber dennoch immer gelieben.

Auch was das Laufvergnügen angeht, gibt es definitiv nichts zu meckern. Die Dämpfung fällt sehr angenehm aus und sorgt dafür, dass die Knochen auch nach längeren Trainingseinheiten nicht schmerzen. Dabei fallen die Cushion-Eigenschaften der Zwischensohle aber noch gerade so aus, dass man das Gefühl für den Boden unter den eigenen Füßen nicht gänzlich verliert. Regelrecht beschwingt fliegt man über Wurzeln und Steine, wobei die griffige Sohle bei trockenem Wetter ordentlich Grip bietet. Außer es wird ordentlich nass, dann stößt die Außensohle leider schnell an ihre Grenzen. Hier wäre eine MegaGrip-Mischung von Vibram sicher die bessere Wahl gewesen. Mir persönlich fällt der Oberschuh etwas zu weich aus, wodurch die Traktion etwas leidet und ich unter Umständen leichter umknicke, weil das Mesh-Material trotz TPU-Verstärkungen nicht ausreichend Seitenhalt bietet. Aber entsprechend enger geschnürt, läuft sich der Jackal GTX einfach wunderbar – egal in welchem Gelände.

Das Gesamtfazit – die Vor und Nachteile im Überblick:

Der Jackal GTX Women ist ein gut gedämpfter und superbequemer Laufschuh für weibliche Trail Runner, der seinem männlichen Pendant in nichts nachsteht. Dank seiner technischen Ausstattung eignet sich der Allrounder durchaus auch für Wanderungen oder anspruchsvollere Bergtouren. Lediglich der recht weiche Oberschuh sowie der mangelhafte Grip bei Nässe sorgen für ein paar Abstriche in der B-Note. Ansonsten kann der wasserdichte Laufschuh aber auf ganzer Linie überzeugen.

+ atmungsaktives Meshmaterial für optimales Fußklima
+ super bequemer Tragekomfort auch für breite Füße
+ wasserdichtes Futter aus Gore-Tex invisible Fit
+ top verarbeitetes und qualitativ hochwertiges Material
+ hält angenehm warm auch bei kalten Temperaturen
+ angenehme Dämpfung

– mangelhafter Grip bei feuchten Bedingungen
– recht weicher Schaft beeinträchtigt die Traktionseigenschaften
– Größe fällt deutlich kleiner aus

Die Details:
Besonderheiten: verstärkte Zehenkappe, praktische Anziehschlaufen an der Ferse, weite Zehenbox
Material: Schaft aus Sandwich-Mesh (Spitze und Zunge), seitliche Verstärkungen aus wärmegeklebtem TPU und zusätzliche seitliche Einsätze aus mono-bava Nylon, Innenfutter aus Gore-Tex® Invisible fit
Sohle: Zwischensohle aus EVA mit Polyurethan Infi nitoo™ Technology + Rock-Shield aus verdichtetem EVA + innerer Zusatzschicht „cushoning platform“, Zweifache FriXion® Red-Mischung mit seitlichen IBS-Stollen
Sprengung: 7 mm
Größen: EU 36 – 43
Farben: Grape/Hibiscus, Opal / Hibiscus
Gewicht: 500g (pro Paar bei EU 38)
Preis: 179,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.