Testbericht – Salomon Sense Ride 4: Straff gedämpfter Trailrunning-Allrounder für mittlere Distanzen und alpine Abenteuer

von | 24. Februar 2021 | Allgemein, Testberichte_neu, Trailrunning_neu

Für die Laufsaison 2021 haben die Trailrunning-Spezialisten von Salomon gleich mehrere ihrer wichtigsten Laufschuh-Modelle überarbeitet. Wie gewohnt, gibt es mindestens eine Lösung für jeden – vom Einsteiger bis hin zum ambitionierten Experten, die technisches Gelände mit hoher Geschwindigkeit bewältigen wollen. Auch dem Sense Ride wurde ein Update verpasst, das sich wie die Vorgänger vor allem für Laufsportler eignet, die auf der Suche nach einem Schuh für die unterschiedlichsten Herausforderungen sind. Hierzu trägt in erster Linie die ursprünglich für den Straßenlauf entwickelte Optivibe™ Dämpfungstechnologie bei, die das jüngste Mitglied in der Sense Ride Serie von Salomon noch komfortabler und agiler machen soll. Wir haben den Salomon Sense Ride 4 für euch getestet und waren überrascht, dass unsere hohen Erwartungen nicht wie gewohnt zu fast 100% erfüllt werden konnten.

Salomon Sense Ride 4 – knackige Dämpfung, 8mm Sprengung und wenig Gewicht

Die mittlerweile vierte Generation des Klassikers soll dank der Salomon Optivibe™ Dämpfungstechnologe zwar genauso bequem und agil wie das Vorgängermodell sein, allerdings wurde der Schaft neu designt und mit etwas mehr Polsterung ausgestattet. Dadurch wurde laut der Schuhexperten vor allem der Fersenhalt verbessert. In Kombnation mit der SensiFit™ und EndoFit™Technologie wird der Fuß somit von der Zwischensohle bis zum Schnürsystem perfekt umschlossen, sodass der Laufschuh an genau den richtigen Stellen optimal passt und für präzisen Sitz gesorgt ist. Das Ergebnis ist eine sichere, nah am Fuß liegende und weitestgehende individuelle Passform, die sich durch das praktische Quicklace-Schnürsystem noch individuell anpassen lässt.

Der Schaft besteht aus widerstandsfähigen Materialien und robustem Mesh, das durch eine Profeel-Beschichtung und zusätzliche Verstärkungen für optimale Stabilität und optimalen Schutz vor scharfkantigen Dingen sorgt. Bei nahezu gleichbleibendem Gewicht bietet der Optivibe™ Schaumstoff nach wie vor ordentlich Dämpfung, um zuverlässig Vibrationen zu absorbieren und die Muskelermüdung zu verringern. Die Contagrip®-Vollgummilaufsohle gibt dem Sense Ride 4 zudem sicheren Halt auf jedem Terrain.

Das af-Testurteil von Veit: Vielseitiger Allrounder mit ordentlich Dämpfung, niedrigem Gewicht und top Grip

Mittlerweile stehen gleich drei Modelle des Sense Ride von Salomon bei mir im Regal – der Sense Ride, der Sense Ride 3 und nun die neuester Version des Klassikers. Lediglich die zweite Generation fehlt aus welchen Gründen auch immer. Und über alle Testschuhe hinweg bleibe ich bei der Meinung, dass die Sense Ride Serie den bisher gelungensten Spagat zwischen Straßenlauf- und Trailrunning-Schuh am Markt bieten können. Und auch der Sense Ride 4 dürfte den Einstieg in die Welt des Berglaufsport die ideale Wahl mehr als nur komfortabel machen, bietet der Allrounder doch sowohl den üppigen Komfort eines „Asphalttreters“ als auch die nötige Stabilität bzw. Griffigkeit eines „Geländegängers“. Doch diesmal muss ich gestehen, dass der Vorgänger vielleicht die noch bessere Wahl ist.

 

Fangen wir am besten von vorn an: Auch die neueste Version sorgt mit der sockenartigen Passform der EndoFit™bzw. SensiFit™ Technologie für eine wunderbare Einheit mit dem Fuß – kein Schlupfen an der Ferse und Druckstellen sind selbst auf langen Strecken nicht festzustellen. Zwar fällt auch beim Sense Ride 4 der Leisten wie gewohnt schmal aus, durch das relativ weiche Mesh-Obermaterial fühlt sich aber selbst ein breiter Fuß wie meiner durchaus wohl. Dazu trägt auch das praktische Quicklacing-System bei, mit dem sich die Schnürung an die individuelle Bedürfnisse optimal anpassen lässt. Trotz 8mm Sprengung steht man dennoch recht flach am Boden und verliert vor allem im Vorfußbereich nicht das nötige Gefühl für den Untergrund. Die auflaminierten Profeel Verstärkungen sorgen für ein Plus an Stabilität und schützen die Zehen so gut es eine PU-Folie halt gewährleisten kann. Auch die Contagrip-Außensohle ist so bissig wie beim Dreier-Modell geblieben und bietet selbst bei Nässe guten Grip in jedem Gelände. Vom Gewicht ganz zu schweigen, das den Laufschuh zu einem angenehm leichten und dank Mesh-Material vor allem atmungsaktiven Begleiter macht.

ABER, kommen wir nun zu den Neuerungen: Auf mittleren bis langen Distanzen sorgt die Zwischensohle zwar noch immer für ausreichend Dämpfung, diese fällt jedoch im Vergleich zu den Vorgängermodellen längst nicht mehr so üppig aus. So fühlt sich der Sense Ride 4 bei jedem Schritt deutlich straffer gepolstert an und das Laufen ist gefühlt längst nicht mehr so komot wie zuvor, was dazu führt, dass die Beine auf der Langdistanz schneller müde werden. Gefühlt, denn vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich in letzter Zeit regelmäßig mit HOKA Modellen unterwegs war, die gerade wegen ihrer wuchtigen „Laufkissen“ für enorme Dämpfungswerte sorgen. Was mir zudem etwas Spanisch vorkommt, ist das gefühlt größere Platzangebot im Schuh. Denn irgendwie habe ich selbst bei eng angezogenem Quciklace noch immer etwas Spiel im Schuh und gefühlt mehr Platz als vorher – und das trotz meiner breiten Quadratlatschen. All diese Punkte mögen bei dem ein oder anderen ganz individuell ausfallen, aber da ich nun einmal den direkten Vergleich habe, wollte ich das zumindest anmerken.

Gesamtfazit – die Vor- und Nachteile im Überblick:

Der Sense Ride 4 ist vielleicht einer der idealsten Laufschuhe, um erfolgreich in den Trail Running Sport einzusteigen. Ob nun auf befestigten Forststraßen, asphaltierten Wegen oder im Gelände, der Trailschuh bringt eine gute Melange aus Dämpfung, Stabilität und Traktion aufs Parket. Dadurch taugt der Laufschuh durchaus als leichtgewichtiger Allrounder, der sowohl technisch als auch funktional überzeugen kann. Lediglich die Dämpfung könnte einen Tick üppiger ausfallen und die Passform noch etwas optimiert werden. Auch optisch ist definitiv Luft nach oben offen. In Summe ist es aber ein grundsolider Trailschuh, der nicht nur auf kurzen und mittleren Distanzen zum Einsatz kommen kann, sondern auch beim Speed-Hiking oder ambitionierten Wandertouren.

+ guter Grip bei allen Bedingungen
+ trotz weichem Oberschuh gute Traktion
+ bequemer Tragekomfort
+ optimales Abrollverhalten
+ atmungsaktives Mesh-Material für perfektes Fußklima

– Schaft fällt relativ weit aus
– recht straffe Dämpfung
– optisch eher Mittelklasse

Die Details:
Besonderheiten:
EndoFit™ und SensiFit Technologie, Contagrip® Außensohle, Oberschuh mit Profeel Verstärkungen, OrthoLite® Einlegesohle, Quicklace Schnellschnürung
Material:
Synthetik, Meshmaterial
Sprengung: 8 mm
Gewicht: ca. 290 Gramm (580 g pro Paar bei Größe EU 42)
Größen: EU 40 – 47
Preis: 129,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.