Testbericht – HOKA ONE ONE Bondi 7 + Clifton 7: Zwei super gedämpfte Laufschuhe für das tägliche Fitness-Programm

von | 27. August 2020 | Allgemein, Laufsport, Testberichte, Testberichte_neu, Trailrunning, Trailrunning_neu

Bekannt sind die supergedämpften HOKA ONE ONE Modelle vor allem im Trailrunning Segment. Doch die Laufschuh-Experten haben mindestens genauso bequeme Treter für weitestgehend flaches Terrain auf Asphalt und hartem Untergrund im Sortiment. Zwei Aushängeschilder sind die unter den Road Runnern besonders beliebten Serien “Clifton” und “Bondi”. Mittlerweile gehen die Entwickler von Hoka mit den beiden Dauerläufern in die siebte Runde und präsentieren jeweils ein Update der Straßenlaufschuhe, die vor allem durch ihr geringes Gewicht, maximalen Tragekomfort und top Dämpfungswerte überzeugen wollen. Zwar sind wir eher selten auf asphaltierten Wegen und bevorzugt auf technischen Trails unterwegs, für das tagtägliche (Fitness-)Training haben wir aber dennoch einmal die beiden Neulinge geschnürt. Ob sowohl der Bondi 7 als auch der Clifton 7 beim flachen Ausdauertraining überzeugen konnten, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Hoka One One Clifton 7 – die ultra komfortable Nummer 1 für tägliche Laufrunden in Stadt und Park

Der Clifton 7 ist der aktuelleste Neuzugang im Portfolio an Straßensportschuhen und das jüngste Mitglied der preisgekrönten Clifton Familie. Basierend auf den beliebtesten Eigenschaften der Running-Serie soll auch der „7er“ wieder die perfekte Kombination aus Leichtigkeit und weichem Komfort für entspanntes Laufvergnügen an jedem Tag bieten. Für maximale Dämpfung fußt das Update dabei genauso wie der Vorgänger auf einer ganzheitlich komprimierten EVA-Mittelsohlenkonstruktion, wurde aber mit einer deutlich schnittigeren Silhouette und einem neuen Oberschuh aus offenem, atmungsaktivem Sandwich-Mesh-Material inkl. verstärkten Ösen für mehr Langlebigkeit ausgestattet. Die wenig profilierte Laufsohle verfügt über strategisch platzierte High-Abrasion-Gummiverstärkungen, die das Gesamtgewicht weiter reduzieren sollen.

Die mittlere Fersenschräge und ein früh unterstützender Meta-Rocker erlauben ein sanftes Abrollen, während die flache Geometrie in der Mitte mit einer Sprengung von nur 5 mm für vollen Bodenkontakt und gleichmäßiges Laufvergnügen sorgen. Hinzu kommt ein symmetrisches Fußbett für rundum perfekte Polsterung, die einen reaktionsfreudigen Abdruck ermöglicht, falls es mal schneller vorangehen soll. Ein komfortables Konzept, das genau dort die nötige Stützfunktion bietet, wo der Fuß es benötigt – sonst nichts. Der weich gepolsterte Schaft nimmt zudem unnötigen Druck von der Achillessehne, während die intuitive Zuglasche an der Ferse ein einfaches An- und Ausziehen im Alltag erlaubt.

Darüber hinaus wird der Einstieg durch einen leichten Mesh-Zwickel erleichtert, der die Zunge in Kombination mit den neuen vertikalen Zuglaschen an Ort und Stelle hält. Ein neutraler Laufschuh für kurze und sehr lange Distanzen auf hartem Untergrund oder in leichten Trails, egal ob bei maximaler Geschwindigkeit oder im gemütlichen Regenerationstempo.

Das af-Testurteil von Veit: leichter Laufschuh mit ordentlich Dämpfung und etwas zu viel Spiel im Oberschuh

Der Clifton 7 ist ein leichter und vor allem luftiger Running-Schuh für den alltäglichen Einsatz – sei es fürs allabendliche Training oder entspannte Freizeitausflüge. Normalerweise greife ich ja kaum bis gar nicht mehr zu Straßenlaufschuhen, aber der Clifton macht allein optisch schon etwas her. Besonders beeindruckt hat mich aber die satte Dämpfung, die trotz des geringen Gewichts wirklich üppig ausfällt. Auch der leichte Rocker sorgt in Kombination mit der mittleren Sprengung für pures Laufvergnügen, da das natürliche Abrollverhalten unterstützt wird und von Haus aus für etwas Vortrieb gesorgt ist.

Positiv fällt auch der einfache Ein- und Ausstieg auf, der dank der Fersenlasche überaus leicht von der Hand geht. Ansonsten sitzt der Schuh bequem am Fuß und umschließt ihn wie ein zweiter Socken. Allerdings fällt der Clifton 7 etwas schmaler aus als der Bondi 7, wodurch breitere Füße bei einem regulären Leisten etwas seitlich über das Fußbett hinausragen können. Dadurch leidet etwas der Tragekomfort, weil die äußeren Ränder der Zwischensohle dezent auf den Außenrist drücken. Hier könnte die angebotene Extra-Wide Variante aber sicher Abhilfe schaffen.

Das luftige und grobporige Mesh-Material des Oberschuhs stellt zwar eine gute Regulierung des Fußklimas sicher. Allerdings geht das auch zu Lasten der Stabilität. Bei schnellem Richtungswechsel oder leicht technischen Strecken beginnt der Fuß daher schnell zu schwimmen und findet nicht ausreichend Halt im Schuh. Daher eignet sich der Clifton 7 von Hoka bevorzugt für ebene Feldwege und harte Asphaltstraßen. Sobald es jedoch etwas abseits befestigter Pfade geht, stößt man allein schon wegen der wenig profilierte Laufsohle schnell an die natürlichen Grenzen des Roadrunners.

Das Gesamtfazit – die Vor und Nachteile im Überblick:

Der Clifton 7 von Hoka One One ist ein etwas schmaler geschnittener Laufschuh für asphaltierte Straßen oder Forstwege, der vor allem durch sein leichtes Gewicht und die üppige Dämpfung punkten kann. Lediglich der luftig-leichte Oberschuh kann bei schnellen Turns nicht ganz die hohen Erwartungen hinsichtlich der nötigen Stabilität erfüllen.

+ extrem atmungsaktives Meshmaterial für optimales Fußklima
+ sehr leichtes und dennoch robustes Material
+ hoher Tragekomfort und bequeme Passform
+ optimale Dämpfung auf hartem Untegrund

– gering ausgeprägte Stützfunktion und Stabilität
– stößt in technischem Terrain schnell an seine Grenzen
– minimale Profilierung bietet wenig Traktion

Die Details:
Besonderheiten: atmungsaktives Mesh-Material, Fersenlasche für reibungslosen Einstieg, Early Meta-Rocker für flüssiges Abrollen,
Material:
Polyester, Polyurethan, Futtermaterial aus Polyester
Sohle: wenig profilierte Außensohle mit gezielt platzierter Hi-Abrasion Gummierung, Zwischensohle aus durchgeschäumtem EVA-Schaumstoff
Sprengung: 5 mm
Passform: Regular, Breit
Größen: EU 40 – 49 1/3
Farben: Chili/Black, Odyssey grey / evening primrose, Tofu / vintage indigo, White / golden egg, Black / black, Black / white, Moonlit ocean / anthracite
Gewicht: 247 g (bei Gr. 42)
Preis: 139,95 Euro (UVP)

Hoka One One Bondi 7 – das breit aufgestellte Dämpfungswunder unter den Straßenlaufschuhen

Der neue Bondi 7 ist eine der jüngsten Neuheiten der Sommersaison 2020 und zählt laut Hersteller zu den am stärksten gedämpften Road-Laufschuhe im Sortiment von Hoka. Angepriesen als “Gamechanger” soll der Straßenläufer für ein gleichmäßiges, ausgeglichenes Laufgefühl sorgen – unabhängig von der eigentlichen Geschwindigkeit und zurückzulegenden Distanz. Hierfür fußt das Modell auf demselben Konzept des Vorgängers: eine durchgehende, kompressiongeformte EVA-Dämpfung. EVA-Zwischensohle in Kombination mit einem Oberschuh bestehend aus atmungsaktivem Mesh-Material und charakteristischer Meta-Rocker-Technologie. Neu ist hingegen die Manschette, welche aus ultraweichem Memory Foam gefertigt ist. Diese bietet demnach auch schmaleren Fersen ausreichend Halt, passt sich problemlos an die verschiedensten Knöchelformen an und stützt obendrein die Achillessehne.

Damit ein effizientes Abrollen gewährleistet werden kann, wurde das Konzept des Early Meta-Rockers nochmals verbessert. Hinzu kommt eine angeschrägte Fersenpartie für einen sanften Abdruck und erhöhte Haltbarkeit. Für maximalen Tragekomfort verfügt der Bondi 7 nicht nur über ein symmetrisches Fußbett mit weicher Polsterung ohne zusätzliche Technologie und einen Innenschuh mit Memory Foam. Auch das Obermaterial aus einer offenen engineered Mesh-Konstruktion trägt dazu bei und sorgt dank atmungsaktiver Eigenschaften für ein dauerhaft angenehmes Fußklima. Für mehr Stabilität und eine hautenge Passform verfügt der Laufschuh zudem über TPU-Overlays an den wichtigsten Stellen sowie interne Fersenkappen. Zusätzlichen Support bietet der J-Frame von Hoka, welcher auf der Funktionsfähigkeit des Active Foot Frame basiert.

Abgerundet wird das Gesamtkonzept nur noch durch eine dezent profilierte Außensohle  aus besonders abriebfestem Gummi. Durch die Rocker-Konstruktion ist der Hoka One One Bondi 7 ein guter Laufschuh für Supponierer und Neutralläufer sowie Läufer mit latenten Knie- und Rückenproblemen.

Das af-Testurteil von Veit: mittelschwerer Straßenkreuzer mit üppiger Dämpfung und stabilem Seitenhalt

Gegenüber dem Clifton 7 ist der Bondi 7 deutlich breiter aufgestellt – sowohl in puncto Stabilität als auch hinsichtlich des Leistens. So finden selbst Quadratlatschen wie die meinigen ausreichend Platz und fühlen sich nicht unnötig eingeengt. Dafür sorgt allein die superbequeme Passform, die sowohl durch das leicht flexible Mesh-Material als auch den Memory Foam sichergestellt wird. Anders als beim Clifton-Modell ist es jedoch mit deutlich mehr TPU-Verstärkungen versehen, welche dem Oberschuh weitaus mehr Stabilität verleihen. Entsprechend fester steckt der Fuß auch im Schuh und beginnt bei schnellen Ausfallschritten nicht unangenehm zu schwimmen.

Generell hat man beim Bondi 7 das Gefühl sprichwörtlich mit beiden Beinen fest im Läuferleben zu stehen. Dafür sorgt einerseits das etwas höhere Gewicht, aber auch die geringe Sprengung sowie das weich gepolsterte Innenleben. Zwar ist die üppige Dämpfung anfangs gewöhnungsbedürftig, weil statt des direkten Kontakts zum Untergrund ein etwas schwammiges Gefühl aufkommt. Nach ein paar Laufkilometern weicht dieser Eindruck aber einem entspannten Dahinrollen wie auf Wolken. Dafür sorgt ohnehin schon der leichte Rocker im Vorfußbereich.

Dementsprechend wenige bis keine Kritikpunkte gibt es denn auch zu beanstanden, da der Bondi 7 hinsichtlich des Laufvergnügens stark an das von uns getestete Trailrunning Modell Mafate 2 erinnert. Mit dem Unterschied, dass der Aufbau des Oberschuhs deutlich stabiler daherkommt. Lediglich das Gewicht macht sich bei längeren Distanzen irgendwann bemerkbar und die wenig profilierte Laufsohle gerät bei nassen Bedingungen auf technisch anspruchsvollerem Untergrund gerne einmal ins Rutschen. Dafür erreicht man die gesteckten Tagesziele dank der ausgeprägten Dämpfungseigenschaften aber in der Regel ohne schmerzende Knie. Und für wirklich anspruchsvolle Pfade abseits absphaltierter Wege stehen ja schließlich die passenden Laufschuhe im Schrank.

Das Gesamtfazit – die Vor und Nachteile im Überblick:

Der Bondi 7 ist ein wahrer Straßenkreuzer – vor allem was die Dämpfung und das angenehme Dahinrollen betrifft. Zwar geht das relativ hohe Gewicht etwas zu Lasten der Performance, dafür sind Neutralläufer aber allzeit sicher unterwegs und erreichen selbst nach kilometerlangen Strecken verhältnismäßig entspannt das Ziel.

+ atmungsaktives Meshmaterial für optimales Fußklima
+ bequeme Passform mit ausreichend
+ überraschend gute Stützfunktion
+ top Tragekomfort auch für breite Füße

– stößt in technischem Terrain an seine Grenzen
– relativ schwer

Die Details:
Besonderheiten: atmungsaktives Mesh-Material, Early Meta-Rocker für flüssiges Abrollen, Hoka J-Frame
Material:
Polyester, Polyurethan, Futtermaterial aus Polyester
Sohle:
wenig profilierte Außensohle mit gezielt platzierter Hi-Abrasion Gummierung, Zwischensohle aus durchgeschäumtem EVA-Schaumstoff
Sprengung: 4 mm
Größen: EU 40 2/3 – 49 1/3
Passform: Regular, Breit
Farben: Black / black, Blue moon / moonlit ocean, Odyssey grey / deep well, Turbulence / chili, Wild dove / dark shadow
Gewicht: 303 g (bei Gr. 42)
Preis: 149,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.