Testbericht – Hoka Speedgoat 4 (Damen): Leistungsotientierter Laufschuh mit Megagrip und traumhaften Dämpfungswerten

von | 26. August 2021 | Trailrunning, Bergsteigen, Testberichte

Hoka One One (gesprochen Hoka Ohne Ohne) ist längst keine Unbekannte mehr am Laufsportmarkt und zählt neben den Platzhirschen wie Salomon, Dynafit, Scott Running und On mittlerweile zu den alteingesessenen Laufschuh-Spezialisten. Bekannt geworden sind die extrem gedämpften Modelle in den Anfangsjahren nach der Jahrtausendwende und nahm 2013 so richtig Fahrt auf. Ursprünglich im französischen Annecy von den beiden Salomon-Mitarbeitern Nicolas Mermoud and Jean-Luc Diard gegründet, traten die dicken Sohlen ihren Siegeszug um die Welt an.

Eines der dabei beliebtesten und perfomantesten Modelle ist der Speedgoat, von dem das US-amerikanische Unternehmen nun bereits die vierte Generation auf die Trails schickt. Nachdem wir die wasserdichte GORE-TEX Version für euch getestet haben, sind wir nun auch einmal in die „normale“ Damen-Variante des Speedgoat 4 geschlüpft.

Hoka Speedgoat 4 – leichter Laufschuh mit stark profilierter Vibram MegaGrip Laufsohle

Die Bezeichnung „Speedgoat“ geht auf den Spitznamen des HOKA-Athleten Karl Meltzer zurück, der als US-amerikanischer Ultrarunner und Ultrarunning-Trainer mehr 100-Meilen-Ultramarathons als jeder andere Profi-Athlet gewonnen hat und auf wichtigen US-Trails wie dem Appalachian Trail und dem Pony Express Trail schon so einige Geschwindigkeitsrekorde aufstellen konnte. Beim Speedgoat selbst handelt es sich um eine preisgekrönte Produktfamilie, die sich vor allem wegen seiner technischen Performance für schnelle Runs in jedem Terrain empfiehlt und von Generation zu Generation weiter verbessert wurde.

Testbericht - Hoka Speedgoat 4 (Damen): Leistungsotientierter Laufschuh mit Megagrip und traumhaften Dämpfungswerten

Auch das vierte Familienmitglied will den Vorgängern in nichts nachstehen und verfügt über bereits bekannte Features: So soll ein atmungsaktives und doch robustes Mesh-Gewebe für optimales Klima im Schuh sorgen. Dazu trägt auch eine eingenähte Lasche mit strategisch verteilten Aussparungen für mehr Atmungsaktivität ihren Teil bei. Für optimalen Tragekomfort und sichere Passform ist der Schnürmechanismus des Speedgoat 4 mit einer kleineren Komponente in Flügelform ausgestattet. Während auf dem Obermaterial aufgebrachte und komplett umlaufende 3D-Stützauflagen der Mittelfuß-Struktur zusätzlichen Halt bieten und dem Umknicken aktiv entgegenwirken sollen. Neu ist die breitere Passform der Zehenbox für ein noch komfortables Lauferlebnis.

Testbericht - Hoka Speedgoat 4 (Damen): Leistungsotientierter Laufschuh mit Megagrip und traumhaften Dämpfungswerten

Eigentliches Herzstück des Laufschuhs ist die Zwischensohle, die aus einem neuem, leichtem Schaum für reaktionsfähigeres Laufen gefertigt ist. Diese soll durch eine deutlich breiterere Vorfuß-Plattform ein stabileres Ganbild erlauben und sich perfekt an den Fuß anschmiegen. Die recht dezent ausfallende Sprengung von 4 mm entfaltet laut der Entwickler von HOKA dennoch jede Menge Vortrieb. Dafür sorgt demnach auch die Vibram® Mega-Grip-Außensohle, die dank ihres 5 mm tiefen Stollenprofils für ordentlich Grip bei trockenem als auch nassem Untergrund gewährleisten soll.

Das af-Testurteil von Kathrin: supergedämpfter Trailrunning Laufschuh für mittlere und ultralange Strecken

Bisher habe ich immer alle Outdoorsportler belächelt, die mit megagedämpften Laufschuhen im Gelände unterwegs sind. Spätestens mit dem von mir so gern getragenen La Sportiva Jackal GTX habe ich meine Meinung geändert und wollte nun endlich auch einmal ein Modell der sagenumwobenen Spezialisten von Hoka One One auf die Trails entführen. Zugegeben, ich bin keine passionierte Läuferin, aber umso mehr lege ich Wert auf maximalen Tragekomfort und eine rutschfeste Sohle, wenn ich doch einmal für eine Laufrunde draußen unterwegs bin.

Testbericht - Hoka Speedgoat 4 (Damen): Leistungsotientierter Laufschuh mit Megagrip und traumhaften Dämpfungswerten

So viel vorweg: Die Dämpfung und die anfängliche Passform des Speedgoat 4 sind einfach traumhaft. Einmal reingeschlüpft läuft man wie auf Wolken. Man kann jetzt natürlich über die Vor- und Nachteile der ultimativen Dämpfungseigenschaften munter diskutieren, aber auf den ersten Kilometern hatte ich wirklich richtig Spaß. Dazu trägt vor allem die breite Zehenbox und der dezente Drop von der Ferse bis zur Zehenspitze bei. Auch die Schnürung sorgt in Kombination des zusätzlich verstärkten Obermaterials für die nötige Sicherheit und Stabilität. Einmal festgezogen, sitzt der Fuß fest und kompakt eingefasst im Laufschuh.

Testbericht - Hoka Speedgoat 4 (Damen): Leistungsotientierter Laufschuh mit Megagrip und traumhaften Dämpfungswerten

Genial ist vor allem der Grip, weshalb die Außensohle ihrem Namen alle Ehre macht. Egal ob feucht, matschig oder trocken, der Speedgoat 4 meistert locker jeden Untergrund. Kein Rutschen, sauberes Antreten und ordentlich Schub nach vorne – sei es nun bergauf oder bergab. Auch das Klima im Schuh ist hervorragend, wodurch ich selbst bei wärmeren Temperaturen kein Gefühl von Schweißfüßen feststellen konnte.

Kommen wir aber zum eigentlichen Dilemma – zumindest für mich und meine recht breit ausfallenden Füße, die zu allem Ärger auch noch mit einem stark ausgeprägten Spannknochen ausgestattet sind. Trotz breiter Zehenbox drückt mir der schlank gefasste Oberschuh nach wenigen Kilometern dann doch so sehr seitlich auf den Innen- bzw. Außenrist, dass meine kleinen Zehen taub werden.

Aufgrund meines recht stark ausgeprägten Spanns drückt zu allem Übel auch noch die Schnürleiste und beeinträchtigt auf Dauer die Blutzufuhr. Effekte, die ich leider auch nicht durch lockeres Zubinden der Schnürsenkel und durch „Auslatschen“ des Obermaterials wirklich beseitigen konnte. Alles natürlich subjektive Wehwehchen, aber vermutlich wäre die ebenfalls angebotene, breitere Wide-Version des Speedgoat 4 die für mich bessere Wahl gewesen.

Das Gesamtfazit zur Damenversion des Hoka Speedgoat 4 – die Vor und Nachteile im Überblick:

Der Speegoat 4 von HOKA ONE ONE ist ein wunderbar agiler Allrounder für jedes Gelände. Egal ob zum Wandern oder beim Trailrunning, die „dicke Gazelle“ überzeugt durch optimale Stabilität, perfekten Grip und hervorragende Performance. Auch das Fußklima kann sich sehen lassen. Optisch zwar nicht jedermanns bzw. jederfraus Sache, ist der Trailschuh ein ausgewogener Begleiter für mittlere bis ultralange Touren. Nur Laufsportler mit relativ breitem Spreiz-Senk-Fuß und hohem Spann sollten besser zur Wide-Version greifen.

Testbericht - Hoka Speedgoat 4 (Damen): Leistungsotientierter Laufschuh mit Megagrip und traumhaften Dämpfungswerten

+ super Tragekomfort
+ herausragende Dämpfung
+ griffige Laufsohle und super Stabilität
+ hervorragende Performance im Gelände
+ angenehmes Fußklima
+ verhältnißmäßg leicht im Gewicht

– bei breiten Füßen etwas zu schmal und drückt bei hohem Spann
– keine Verstaumöglichkeit für die Schnürsenkel
– etwas klobige und gewöhnungsbedürftige Optik

Die Details zum Hoka Speedgoat 4 (Damen):

Besonderheiten: praktische Anziehschlaufe, 3D-gedruckte Overlays, wasserabweisende Zwickellasche mit strategischen Cutouts, breiterer Vorderfußbereich, Gummiverstärkungen für mehr Halt und Stabilität, Zehenschutz
Material: Obermaterial aus Synthetik mit Mesh-Konstruktion, TPU-Stützauflagen
Sohle: EVA-Zwischensohle aus CMEVA-Schaum, Vibram® Megagrip Laufsohle mit multidirektional angeordnetem Stollenprofil und einer Stollentiefe von 5 mm
Sprengung: 4 mm
Größen: EU 36 – 44
Farben: Capri Breeze / Angel Blue, Aquarelle / Cantaloupe, Provincial Blue / Luminary Green, Dazzling Blue / Phlox Pink, Castlerock / Paradise Pink
Gewicht: 263g / 306 g (bei Mustergr. 36 / 42)
Preis: 139,95 Euro (UVP)

*Hinweis der Redaktion zur Kennzeichnungspflicht: Die hier getesteten bzw. vorgestellten Produkte wurden uns vom jeweiligen Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Über den Produktwert hinaus flossen keine weiteren Zahlungen oder Gegenleistungen. Das Urteil der Redaktion ist dennoch unabhängig und die spezifischen Marken haben keinerlei Einfluss auf die Inhalte des Testberichts.